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Peter Stumpp

Peter Stumpp, der Werwolf von Bedburg, hingerichtet 1589

Kuratiert vonErstellt amAktualisiert am

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EuropaEuropa
DeutschlandBedburg(Deutschland)
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Rang
Werwolf von BedburgSt. 65
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Hierarchie
Angeklagte LykanthropenSt. 15

Bedburg 1589: Wer Peter Stumpp war

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Peter Stumpp, auch Stubbe oder Stump genannt, lebte in Epprath bei Bedburg im Herzogtum Jülich, unweit von Köln. Die englische Flugschrift von 1590, die seinen Fall verbreitete, schildert keinen Elenden: Sie sagt, er sei «in anständigem Gewand und sehr gesittet» aufgetreten, «als einer, der allen Einwohnern wohlbekannt ist», was auf einen wohlhabenden Landmann deutet und nicht auf den ausgehungerten Landstreicher, als den man ihn gewöhnlich malt. Ihm fehlte die linke Hand, daher wohl der Beiname Stumpp. Der Prozess fällt in den denkbar schlimmsten Augenblick der Gegend: Der Kölner Krieg hatte den Niederrhein eben verwüstet, Bedburg war von katholischen Truppen genommen worden, und die Herrschaft trieb eine harte Rekatholisierung über eine verarmte Bevölkerung. Dem unter Folter erpressten Geständnis zufolge hatte er seit seinem zwölften Lebensjahr schwarze Magie getrieben, und der Teufel gab ihm einen Gürtel, der ihn, umgelegt, augenblicklich in einen Wolf verwandelte.

Sechzehn gezählte Tote

Die Zählung der Flugschrift ist genau und verdient Beachtung, denn sie wird fast immer falsch wiedergegeben: dreizehn Kinder, zwei hochschwangere Frauen, denen er den Leib aufschnitt, und sein eigener Sohn, den er aufs Feld führte und dessen Hirn er aß. Sechzehn insgesamt, die einzigen, die sich beweisen ließen; der Text fügt hinzu, dass er in fünfundzwanzig Jahren überdies eine unbekannte Zahl von Männern, Frauen und Kindern vernichtet habe, dazu nicht wenig Vieh. Von den Opfern war allein sein Sohn ein Verwandter: Die Vorstellung, er habe sechzehn Familienangehörige getötet, ist ein Überlieferungsfehler. Was seinen übrigen Haushalt betrifft, beschuldigt die Flugschrift Stumpp der Blutschande mit seiner Tochter und eines Verhältnisses mit einer Gevatterin namens Katherine Trompin, doch keine von beiden hat er getötet. Das Dorf hielt die Zahl in Holz fest: an den Richtpfahl nagelte man sechzehn Stücke, eines für jeden anerkannten Toten.

Das Rad, die Zangen und der Scheiterhaufen

Das Urteil wurde am 31. Oktober 1589 in Bedburg vollstreckt, einem Datum, das der Zufall passend gemacht hat. Die Reihenfolge, die die Flugschrift festhält, ist wichtig, denn gewöhnlich wird sie verkehrt erzählt: Zuerst legte man ihn auf ein Rad und riss ihm mit glühenden Zangen an zehn verschiedenen Stellen das Fleisch von den Knochen; dann brach man ihm Arme und Beine; erst danach wurde er enthauptet, und zuletzt verbrannte man den Leib zu Asche. Seine Tochter, im Text Stubbe Beell genannt, und Katherine Trompin wurden verurteilt, am selben Tag lebendig verbrannt zu werden. Zur Warnung errichtete man einen Pfahl mit dem Rad, gekrönt von der Gestalt eines Wolfs und Stumpps darüber gestecktem Haupt, und am Holz die sechzehn Stücke der Zählung. Es gab keine Silberkugel und keinen Vollmond: Die einzige übernatürliche Mechanik, die das Gericht anerkannte, war der Gürtel, und eben darum lag so viel daran, ihn vorzuzeigen.

Was von dem Fall bleibt

Der Fall Stumpp ist der bestdokumentierte Werwolfprozess des 16. Jahrhunderts, und er ist es durch einen verlegerischen Zufall: Jemand übersetzte das deutsche Flugblatt im Juni 1590 ins Englische und druckte es in London, so dass der Fall überlebte, während die Kölner Originalakten verlorengingen. Jene Flugschrift ist heute die Hauptquelle, mit allen gebotenen Vorbehalten: Sie ist abschreckende Propaganda, zum Schaudern geschrieben, und gibt ein unter Folter erpresstes Geständnis wieder. Sabine Baring-Gould druckte sie in Das Buch der Werwölfe (1865) nach, und durch ihn gelangte sie in die Fachliteratur. Man sollte den Fall zeitlich richtig einordnen: 1589 ist nicht Mittelalter, sondern volle Frühe Neuzeit, die der Religionskriege und der Hexenverfolgungen, die ein modernes und kein mittelalterliches Phänomen waren. Die heutige Geschichtsschreibung liest die Akte als das, was sie vermutlich war: eine Reihe wirklicher Verbrechen oder ein Sündenbock des Krieges, gehüllt in die einzige Erklärung, die jenem Gericht zur Verfügung stand.

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Auch bekannt als

"Stubbe Peter"

Relikte

Symbolik

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Element

Blut und Wald

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Nummer

16

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Farbe

Blutrot und Wolfsgrau

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Tiere

Grauer Wolf

Siegel:

TeufelsgürtelRichtradSechzehn HolzstückeWolf von BedburgFehlende linke Hand

Merkmale

Krafte

💔

Schwachen

🧠

Verhalten

🛡️

Resistenzen

Beziehungen zu anderen Wesen

Im Atlas

Reise durch die Herkunftswelt der Wesen und den Kosmos ihrer Dimensionen.

Mythologien

📍 Deutschland
📅 Mittelalter bis Romantik (12.-19. Jahrhundert)

Die deutsche Folklore umfasst eine Sammlung von Erzählungen, Glaubensvorstellungen und Praktiken, die mündlich unter den deutschsprachigen Bevölkerungen vom Mittelalter bis in die Neuzeit überliefert wurden. Ihre Ursprünge reichen auf vorchristliche germanische Traditionen zurück, die sich nach der Christianisierung der germanischen Völker zwischen dem 4. und 8. Jahrhundert mit christlichen Elementen verbanden. Die von Jacob und Wilhelm Grimm im 19. Jahrhundert gesammelten Märchen bilden eine der bekanntesten Quellen, obwohl die Folklore auch lokale Sagen, Aberglauben und Erzählungen über übernatürliche Wesen umfasst, die das ländliche Leben und die Alltagssorgen der germanischen Gemeinschaften widerspiegeln. In der Weltanschauung der deutschen Folklore existieren Wesen wie Elfen, Zwerge, Riesen und Naturgeister neben Figuren wie dem Teufel oder Geistern Verstorbener. Diese Wesen agieren in einer Welt, in der Alltägliches und Wunderbares ineinander übergehen und in der moralische Normen durch Erzählungen vermittelt werden, die vor Gefahren warnen oder Tugend belohnen. Regionale Varianten zeigen deutliche Unterschiede zwischen dem protestantischen Norden und dem katholischen Süden sowie zwischen ländlichen und städtischen Gebieten. Das Erbe der deutschen Folklore erstreckt sich auf die europäische Literatur, Musik und Filmkunst und hat die Bildung nationaler kultureller Identitäten im 19. und 20. Jahrhundert beeinflusst. Die Sammlungen von Märchen und Sagen dienten als Grundlage für philologische und ethnografische Studien und werden in zeitgenössischen Werken weiterhin adaptiert, die die germanische Erzähltradition lebendig halten.

Quellen

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A True Discourse über Stubbe Peeter

George Bores · 1590

Englische Flugschrift von 1590, die Leben und Tod von Peter Stumpp, dem deutschen Werwolf, als Warnung vor Zauberei und Kannibalismus dokumentiert.

📚

Das Buch der Werwölfe

Sabine Baring-Gould · 1865

Klassisches Buch von Sabine Baring-Gould (1865), das historische Fälle von Lykanthropie in Europa detailliert, einschließlich der Details des Falls Gilles Garnier als eines der prominentesten Beispiele für satanische Verwandlung und Verbrechen im 16. Jahrhundert, basierend auf originalen Gerichtsprotokollen.

📚

Der Werwolf: Beitrag zur Sagengeschichte

Wilhelm Hertz · 1862

Deutsche philologische Untersuchung, die die Werwolfprozesse des Heiligen Römischen Reiches versammelt, darunter den von Bedburg, und den Wolfsgürtel der wirklichen Prozesse von den späteren Zutaten der Populärliteratur scheidet.

Häufige Fragen

Wie erhielt Peter Stumpp den magischen Gürtel, der ihm die Verwandlung in einen Wolf ermöglichte?

Laut seines unter Folter erzwungenen Geständnisses von 1589 erhielt Stumpp den Gürtel aus Wolfshaut direkt vom Teufel mit zwölf Jahren, während er im Wald umherstreifte. Dieses Objekt verlieh ihm übermenschliche Stärke und die Fähigkeit, sich in einen gefräßigen grauen Wolf zu verwandeln. Der Pakt markierte den Beginn seiner Verbrechen über fünfundzwanzig Jahre.

Wie viele Menschen hat er der Flugschrift zufolge wirklich getötet?

Sechzehn nachgewiesene: dreizehn Kinder, zwei schwangere Frauen und sein eigener Sohn. Ein oft wiederholter Irrtum ist hier zu berichtigen: Er tötete nicht sechzehn Verwandte, sondern sechzehn Menschen, von denen nur einer zu seiner Familie gehörte. Die Flugschrift fügt unbestimmte Opfer über fünfundzwanzig Jahre hinzu, doch die Zahl, die das Dorf in sechzehn Holzstücke am Richtpfahl schnitt, ist die der bewiesenen Fälle.

Welche Beziehung unterhielt Peter Stumpp zum Teufel nach seinem eigenen Zeugnis?

Stumpp erklärte, einen Knechtschaftspakt mit dem Teufel geschlossen zu haben, der ihm den magischen Gürtel im Alter von zwölf Jahren überreichte. Diese Allianz verschaffte ihm die Fähigkeit zur Verwandlung und zur Begehung seiner Verbrechen über ein Vierteljahrhundert. Das Zeugnis wurde unter schwerer Folter während des Prozesses von 1589 erlangt.

Wirkten Silber oder Vollmond auf ihn?

Weder das eine noch das andere kommt in der Flugschrift von 1590 vor. Die Silberkugel und die vom Vollmond erzwungene Verwandlung sind Erfindungen des Kinos im 20. Jahrhundert, vor allem des Wolfsmenschen (1941), die man nachträglich auf die historischen Prozesse zurückprojizierte. In Stumpps Akte ist die Verwandlung willentlich und hängt an einem Gegenstand: Er legt den Gürtel an und wandelt sich, er nimmt ihn ab und ist wieder Mensch. Darum suchte das Gericht den Gürtel, und darum war sein Fehlen (man erklärte, der Teufel habe ihn zurückgeholt) so unbequem.

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Bestiarypedia. (2026, August 20). Peter Stumpp. Bestiarypedia. https://bestiarypedia.com/de/beings/peter-stumpp

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Zuletzt aktualisiert: 20. Aug. 2026